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Unser Berg, die Alpspitz bei Nesselwang

 

Reaktivierung!

So oder ähnlich könnte man die Alpspitz in Nesselwang betiteln, zumindest in Sachen Drachen- und Gleitschirmfliegen. Seit vielen Jahren hält Sie ihren Dornröschenschlaf obwohl im Frühjahr bei Ost- bis Nordostlagen herrliche Flüge mit Blick auf das Alpenvorland garantiert sind. Bereits 1987 hatte ich die ersten Flüge mit einem Maxi vom Gipfel der Alpspitze absolviert. Der Naturstart nach Ost ist sehr steil und die Aufbaufläche genügt höchstens um zwei bis dreiSchirme auszulegen. Auch die damals vorhandene Startrampe der Drachenflieger nach Nord war nicht gerade ein Sahnestückchen. An ihrem Ende verlief quer ein Stacheldrahtzaun um den angrenzenden Jungwald zu schützen (vor wem ist mir bis heute noch nicht klar). Die Gleitzahl der alten Kisten hatte gerade ausgereicht, um eine kleine, im Lee gelegene Wiese, neben der Talstation zu erreichen. Keiner hatte ein gutes Wort für die Alpspitze übrig und man ist zu den naheligenden Fluggbergen wie Breitenberg, Tegelberg und Neunerköpfle gewechselt. Die Alpspitz wurde einfach vergessen.



Jedesmal wenn ich von der A7 kommend in Richtung Breitenberg fuhr, ging mein Blick in Höhe Nesselwang hinüber zur Alpspitze um zu sehen ob hier vielleicht doch Irgendjemand mit der Thermik nach oben dreht. In über 20 Jahren meiner Wochenendtrips ins Allgäu habe ich hier nur drei mal einen Gleitschirm am Himmel gesehen und dachte mir, dass das Gelände wohl für die Fliegerei nicht geschaffen ist - ansonsten wäre da doch bestimmt mehr los.

Es hat mir einfach keine Ruhe gelassen die Alpspitze beim vorbeifahren so liegen zu lassen. Ich nahm also Kontakt mit dem Bahnbetreiber auf und war von der Hilfsbereitschaft total überrascht als ich Ihn fragte, wie es denn hier mit Gleitschirmfliegen aussieht. Er würde sich freuen, hier wieder mal ein paar bunte Segel am Himmel zu sehen und sicherte mir alle erdenkliche Unterstützung zu um das Fluggelände wieder zu aktivieren. Leider konnte ich weder Flugschulen, noch Vereine noch Piloten für die Wiederbelebung des Fluggebietes begeistern.

Werner, ein guter Fliegerfreund war sofort von der Idee begeistert und die Interessengemeinschaft der Alpspitzflieger war geboren. Um alle Belange des Vorhabens abzudecken, setzten wir uns mit dem Geländebeauftragen des DHV in Verbindung und haben, nachdem wir Ihm unsere Idee vorstellten, auch seine volle Unterstützung dafür erhalten. Am 06. Juni 2007 wurde uns dann die Genehmigung für Außenstarts und –landungen mit Hängegleitern und Gleitsegel auf den Start- und Landeflächen „Alpspitz“, 87487 Nesselwang zugestellt. Die Interessengemeinschaft der Alpspitzflieger gruppierte sich am 17.November 2007 zu einem eingetragenen Verein um auch die rechtliche Grundlage für einen gesicherten Fluggebetrieb zu schaffen.

Durch unsere Initiative soll das Fluggebiet wieder reaktiviert werden und einem breiteren Pilotenkreis zugänglich gemacht werden. Grundsätzlich darf und soll hier jeder Pilot, der die Flugbetriebsordnung (FBO) für Hängegleiter und Gleitsegel erfüllt, fliegen können/dürfen. Ob Anfänger, Schulen, Vereinsmitglieder oder Tandempiloten, es gilt der Grundsatz der Gleichberechtigung.

       
 

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